Datenkommunikation


Prof. Jürgen Plate

Anhang

A.1 Literatur

Online mit dem PC
von H. und M. Tornsdorf, Hanser-Verlag

Datenkommunikation mit dem PC
von E. Gronert, Franzis-Verlag

Datenübertragung mit Personal Computern
von C. Jonas, Vogel-Verlag

Telekommunikationstechnik Fachbildung
von H. Jansen/H. Rötter (Herausgeber), Europa Lehrmittel

Elektrotechnik Tabellen Kommunikationstechnik
von Brechmann et. al., Westermann-Verlag

Modems im praktischen Einsatz
von Bernhard Bradatsch, Franzis-Verlag

Datenkommunikation
von Dieter Conrads, Vieweg-Verlag

Mailboxen optimal nutzen
von Reinhard Fink, Franzis-Verlag

A.2 Fehlersuche

Viele bekannte Fehlersituationen sind auch in den Handbüchern zu Software und Modem bereits erklärt. Machen Sie sich die Mühe, die Kapitel zu "Troubleshooting" oder "Fehlersuche" auf die Ihrer Fehlersituation entsprechenden Diagnosen hin abzuklopfen.

Wenn Sie Fehler einkreisen wollen, müssen Sie genau wissen, was nicht geht und unter welchen Bedingungen es nicht geht: Die meisten Kommunikationsprogramme, zumal die für SLIP oder PPP, bieten die Möglichkeit, ein Protokoll ("Trace") des Einwählvorgangs zu erstellen. Tun Sie das - ein Protokoll kann ungeheuer aufschlußreich sein.
Leider gelingt die erste Anwahl nicht immer sofort, da es viele Fehlerquellen gibt. Häufige Ursachen sind:

Einige Probleme sollen hier beispielhaft aufgezeigt werden. Zur Fehlersuche ist es sinnvoll, mit dem Kommando "ATM1L3" den Lautsprecher des Modems für die Zeit des Verbindungsaufbaus einzuschalten.

A.2.1 Telefonkabel

In der Regel geschieht der Anschluß auf Modemseite über einen sogenannten 'Western-Stecker' und auf Telefonseite mit einem TAE-N-Stecker. Leider gibt es Verbindungskabel mit unterschiedlicher Belegung, so daß ein falsches Kabel einfach keine Verbindung zur Telefonleitung herstellt. Daher der Tip: Telefonkabel immer mit dem Modem zusammen erwerben. Bei Problemen hilft oft der Hinweis, daß die beiden aktiven Leitungen bei amerikanischen Kabeln rot und grün sind. Manchen Modems besitzen zwei Buchsen, die mit 'Line' und 'Phone' beschriftet sind. Hier ist ein sogenanntes 'Y-Kabel' nötig, das zwei Western-Stecker besitzt. Die Line-Leitung führt zu den Kontakten des TAE-Steckers vom Fernamt und die Phone-Leitung zu jenen für die Weiterschaltung (z. B. auf ein angeschlossenes Telefon). Die Steckerbelegung finden Sie im übernächsten Kapitel. Das Modem meldet bei falschem Kabel meist "NO DIALTONE", und außerdem hört man keine Töne aus dem Lautsprecher.

A.2.2 Kein Kontakt, obwohl beide Modems "verhandeln"

Beide Modems können sich nicht auf einen gemeinsamen Standard einigen. In vielen Fällen kommt das ferne Modem nicht mit Fehlerkorrektur/Kompression zurecht (z. B. bei Datex-J). Starten Sie einen weiteren Versuch, nachdem Sie am eigenen Modem Fehlererkennung/Kompression abgeschaltet haben. Manchmal liegt es auch an Störungen auf der Leitung oder zu starker Dämpfung des Signals (z. B. bei Fernverbindungen). In solchen Fällen hilft es, die Übertragungsrate niedriger einzustellen (und damit ein anderes Übertragungsverfahren zu wählen, siehe auch 1.4), z. B. 9600 BPS anstelle von 14400 BPS; schlimmstenfalls muß man auf 2400 BPS heruntergehen.

A.2.3 PEP-Carrier

Manchen Modems werden durch die Signalisierung von Multicarrier-Modems bei der Verbindungsaufnahme 'aus dem Takt' gebracht. In den meisten Fällen genügt es, wenn man 4 bis 6 Kommata an die zu wählende Nummer anhängt, z. B.:

ATDP 089-1234567,,,,

Das Ergebnis ist ein zeitverzögerter Beginn des Carrier-Detect, so daß der PEP-Sound das Modem nicht mehr verwirren kann. Danach erfolgt dann ein Connect nach einem anderen Übertragungsverfahren, z. B. V.32.

A.2.4 Modem legt nach einiger Zeit unmotiviert auf

Es könnte sein, daß ein Gebührenimpuls auf der Leitung liegt. Hier gibt es drei Möglichkeiten, Abhilfe zu schaffen:
  1. Anruf bei der Störungsstelle mit der Bitte um Überprüfung und Abstellung. Das dauert meist nur wenige Minuten und ist kostenlos. Das Wiederanmelden kostet jedoch.
  2. Kauf oder Bau einer speziellen 16-kHz-Bandsperre, wie sie von verschiedenen Fachhändlern angeboten wird.
  3. Installation eines Gebührenzählers vor dem Modem.

Sollte es nicht am Gebührenimpuls liegen, kann man versuchen, die Wartezeit auf das Trägersignal (Carrier) hochzusetzen und die Trägerverlust-Toleranz zu erhöhen: DIe Einstellung erfolgt über die S-Register des Modems, meist die Register S7, S9 und S10.

A.2.5 "Datenmüll" auf dem Bildschirm

Datenformat und Übertragungsgeschwindigkeit stimmen nicht überein. Eventuell folgt das Modem der nach Verbindungsaufnahme gemeldeten Übertragungsrate. Da das Terminal bei der fest eingestellten Rate bleibt, werden die Zeichen verfälscht. Abhilfe: Datenrate zwischen Modem und Computer fest einstellen (siehe oben). Etliche Modems stellen diese Rate auch automatisch anhand des ersten "AT", das vom Rechner kommt, ein. Bei vielen Modems kann man dieses Feature auch ausschalten.

Es könnte auch sein, daß ein falsches Datenformat eingestellt worden ist. Normalerweise wird 8N1 (8 Datenbits, keine Parität, 1 Stoppbit) verwendet, nur in Ausnahmefällen kommt 7E1 oder 7O1 (7 Datenbits, gerade/ungerade Parität, 1 Stoppbit) zum Einsatz.

Sind die meisten Zeichen zu lesen, aber der Bildschirmaufbau verschoben und Zeichenfolgen wie z. B. "^[A3;6" auf, dann stimmt Ihre Terminal-Emulation nicht, Steuerzeichen für die Cursorpositionierung werden nicht erkannt. Dieser Fehler kann auch auftreten, wenn die Schnittstellengeschwindigkeit zu hoch eingestellt ist (mehr als 38400 BPS) und kein FIFO-Schnittstellenbaustein vorhanden ist.

Achten Sie darauf, das Hardware-Flußkontrolle (RTS/CTS) bei der verwendeten Software konfiguriert ist.

Schließlich kann auch ein Interruptkonflikt zum Datenverlust führen. Überprüfen Sie, ob eventuell zwei Steckkarten oder Schnittstellen denselben Hardwareinterrupt verwenden.

Wenn nur einige Zeichen falsch dargestellt werden und es sich dabei hauptsächlich um Umlaute und das sz handelt, verwendet der Kommunikationspartner lediglich einen anderen Zeichensatz. So unterscheiden sich nicht nur die Zeichensätze der einzelnen Computermodelle untereinander, sondern z. B. auch der DOS-Zeichensatz vom Windows-Zeichensatz.

A.2.6 Gestörte Verbindung

Bei einer normalerweise guten Verbindung zeigen sich zeitweise Störungen, die bei einem Modem ohne Fehlerkorrektur an zahlreichen "Schmierzeichen" erkennbar sind. Modems mit Fehlerkorrektur machen sich durch lange Übertragungspausen, also scheinbare Inaktivität, bemerkbar (die fehlerhaften Daten werden hier eben mehrfach wiederholt). Das Ganze kann bis zum Verbindungsabbruch führen. Der Grund liegt schlicht in einer schlechten Telefonverbindung. Abhilfe schafft hier Neuanwahl. Bei Fernverbindungen kann man auch versuchen, eine niedrigere Übertragungsrate zu erzwingen, indem man das Modem z. B. statt auf V.32bis (14400 BPS) auf V.32 (9600 BPS) fest einstellt. Bei Ortsverbindungen kann es helfen, wenn trotzdem die Ortsvorwahl vor der Nummer gewählt wird. Siehe auch die Tips bei A.2.5.

A.2.7 Keine Verbindung in Nebenstellenanlagen

Das Modem meldet bei der Anwahl "NO DIALTONE". Entweder Sie haben die "0" (bzw. Simulation der Erdtaste) für die Amtsanlassung vergessen oder das Modem erkennt den Wählton der Nebenstellenanlage nicht. Im letzten Fall muß die Wähltonerkennung abgeschaltet werden mit ATX3 (eventuell sogar ATX2 oder ATX1). Schließlich könnte es noch sein, daß die Nebenstelle nicht amtsberechtigt ist.

A.3 Abkürzungen

1TR6 Protokoll vom deutschen ISDN
ADo Anschlußdose
AFuG Amateurfunkgesetz
AMS Automatischer Mehrfachschalter
ANIS Analoger Anschluß an ISDN-Vermittlungsstelle
AP Aufputz
AS Anrufsucher
ASL Anschlußleitung
ATB Amtliches Telefonbuch
AVON Amtliches Verzeichnis der Ortsnetzkennzahlen
AWADo Automatische-Wechselschalter-Anschluß-Dose
B2 Mobilfunknetz der Telekom
BAPT Bundesamt für Post und Telekommunikation
BBz Baubezirk
BK Breitbandkommunikation (u.a. Kabelfernsehen)
Btx Bildschirmtext
Bu Buchungsstelle
BZT Bundesamt für Zulassungen in der Telekomunikation
C Mobilfunknetz der Telekom
CAPI Common Application Interface (ISDN)
CCEI Centre de communication et d'Essais International
CCIF Comité consultatif international des télécommunications grandes distance (Zwischenstaatlicher beratender Ausschuß für den Fernsprechverkehr)
CCIR Comité consultatif international des radiocommunications (Zwischenstaatlicher Ausschuß für den Funkdienst)
CCITT Comité consultatif international télégraphique et téléfonique (jetzt ITU-T)
CEPT Konferenz der europäischen Post- und Fernmeldeverwaltungen
CT Cordless Telephone (Schnurlostelefon, Standards CT1, CT1+, CT2)
D1 GSM-Mobilfunknetz der Telekom
D2 GSM-Mobilfunknetz von Mannesmann Mobilfunk
DA Doppelader
Datex Data exchange
Datex-J Datex Jedermann (=Btx)
Datex-L Datex mit Leitungsvermittlung
Datex-M Datex MAN
Datex-P Datex mit Paketvermittlung
DEE Datenendeinrichtung (Computer, Terminal)
DECT Digital European Cordless Telecommunications
DFS Deutscher Fernmeldesatellit (Kopernikus)
DIV Digitale Vermittlungstechnik
DIVA DIV Auslandsebene
DIVF DIV Fernebene
DIVO DIV Ortsebene
DSS1 Protokoll von Euro-ISDN
DSt Dienststelle
DT Direktion Telekom
DTMF Dual Tone Multi Frequency (Mehrfrequenzverfahren)
DÜE Datenübertragungseinrichtung (Modem)
E1 PCN-Mobilfunknetz von E-Plus
EAZ Endgeräte-Auswahlziffer (ISDN)
EEPROM Electric Ereasable Progamable ROM (elektrisch löschbares Read-Only-Memory)
EPROM Ereasable Progamable ROM (mit UV-Licht löschbares Read-Only-Memory)
EMD Edelmetallmotordrehwähler
ER Externer Rechner (bei Datex-J)
ETSI European Telecommunication Standards Institute
EVZ Endverzweiger
EWS Elektronisches Wählsystem
EWSA Elektronisches Wählsystem analog
EWSD Elektronisches Wählsystem digital
EWSM Elektronisches Wählsystem Metropolitan Area Network
EWSO Elektronisches Wählsystem Ortstechnik
FA Fernmeldeamt
FAG Fernmeldeanlagengesetz
FeAp Fernmeldeapparat
FeTAp Fernsprechtichapparat
FeWAp Fensprechwandapparat
FTZ Fernmeldetechnisches Zentralamt
GbAnz Gebührenanzeiger
GBI Gebührenimpuls
GDT Generaldirektion Telekom
GKS Geschäftskunden-Service
GSM Groupe Speciale Mobile
GW Gruppenwähler
HDW Hebdrehwähler
HVStW Hauptvermittlungsstellenwähler
HVt Hauptverteiler
IAE ISDN-Anschluß-Einheit
IN Intelligent Net (z.B. Service 130 etc.)
ISDN integrated services digital network
ITU International Telecommunication Union
IWV Impulswählverfahren
KVSt Knotenvermittlungsstelle
KVStW Knotenvermittlungsstellenwähler
KVZ Kabelverzweiger
LW Leitungswähler
MAN Metropolitan Area Network (Breitband-ISDN)
MFV Mehrfrequenzcode-Wählverfahren
NSt Nebenstelle
NStAnl Nebenstellenanlage
NT Network Termination (ISDN)
NTA Network Termination Analog; siehe PPA
NTBA Network Termination Basis Anschaltung
ON Ortsnetz
ONKZ Ortsnetzkennzahl
OPAL Optische Anschlußleitung
PCM Pulse-Code-Modulation
PID Persönlicher Informationsdienst
PKS Privatkunden-Service
PKV Privatkunden-Vertrieb
PPA Passiver Prüf-Abschluß
PROM Progamable Read-Only-Memory
RAM Random-Access-Memory (Schreib-/Lese-Speicher)
TAE Telekommunikations-Anschluß-Einheit
TAE-F TAE für Fernsprecher
TAE-N TAE für alle Endeinrichtungen außer Fernsprecher
TkAnl Telekommunikationsanlage (ISDN-NStAnl)
TKO Telekommunikationsordnung
TlnKg Teilnehmerkennung
TS Telekom Service
TVSt Teilnehmervermittlungsstelle
ÜP Übergabepunkt
UP Unterputz
VDo Verbinderdose
VNK Vermittelnder Netzknoten (digitale VSt)
VSt Vermittlungsstelle
VW Vorwähler
WM Western Modular
ZG Zusatzgerät
ZVStW Zentralvermittlungsstellenwähler
ZZF Zentralamt für Zulassungen im Fernmeldewesen (heute BZT)
ZZK Zentraler Zeichenkanal

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