ps und /proc

Um auf einem Debian GNU/Linux-System die vielen gleichzeitig laufenden Programme im Zaum halten zu können, muß man sich natürlich auch einen Überblick über diese verschaffen. Dazu dient unter anderem das Programm ps. ps liest die benötigten Informationen unter Linux aus dem Verzeichnis /proc des Dateisystems. /proc ist nicht tatsächlich auf einer Festplattenpartition abgelegt, sondern wird vom Kernel ständig aktualisiert und in den Verzeichnisbaum eingeblendet. Somit hat der Benutzer auf einfachste Art und Weise Zugriff auf die Informationen.

Rufen Sie ps einfach einmal ohne weitere Parameter in einer shell auf. Dies sollte Ihnen in etwa folgendes Ergebnis anzeigen:

bash-2.02$ ps
PID TTY          TIME CMD
3522 pts/5    00:00:00 bash
3523 pts/5    00:00:00 ps
Ohne weitere Optionen zeigt ps die Prozesse der aktuellen Shell an. In der ersten Spalte sehen Sie die Prozeß-ID (PID), diese dient dazu, ein Programm im System eindeutig zu identifizieren. Zu diesem Zeitpunkt sind das die Shell selber sowie das Programm ps, welches ja gerade gestartet wurde. ps verfügt über eine Vielzahl von Optionen, mit denen Sie sich detailliertere Informationen zu den laufenden Programmen ansehen können.

Eine Kurzübersicht über die verfügbaren Optionen erhalten Sie, wie bei allen GNU-Programmen, über die Option --help.

bash-2.02$ ps --help
********* simple selection *********  ********* selection by list *********
-A all processes                      -C by command name
-N negate selection                   -G by real group ID (supports names)
-a all w/ tty except session leaders  -U by real user ID (supports names)
-d all except session leaders         -g by session leader OR by group name
-e all processes                      -p by process ID
T  all processes on this terminal     -s processes in the sessions given
a  all w/ tty, including other users  -t by tty
g  all, even group leaders!           -u by effective user ID (supports names)
r  only running processes             U  processes for specified users
x  processes w/o controlling ttys     t  by tty
*********** output format **********  *********** long options ***********
-o,o user-defined  -f full            --Group --User --pid --cols
-j,j job control   s  signal          --group --user --sid --rows
-O,O preloaded -o  v  virtual memory  --cumulative --format --deselect
-l,l long          u  user-oriented   --sort --tty --forest --version
                   X  registers       --heading --no-heading
********* misc options *********
-V,V show version       L  list format codes  f  ASCII art forest
-m,m show threads       S  children in sum    -y change -l format
-n,N set namelist file  c  true command name  n  numeric WCHAN,UID
-w,w wide output        e  show environment   -H process heirarchy
Am häufigsten werden Sie sicher Optionen wie a, u, x und w benutzen. Diese werden nach dem Kommando einfach zusammengefaßt, also beispielsweise ps auxw.

Nun noch das versprochene Beispiel zum Thema Pipe: Nehmen wir an, Sie benötigen die Prozeß-ID eines Programms, um es mittels kill zu beenden. Auf einem System mit vielen Prozessen kann dies ein Problem sein. Die Lösung ist eine Kombination aus den Programmen ps und grep, welche mittels einer Pipe verkettet werden. Das benötigte Kommando würde wie folgt aussehen: ps aux|grep netscape. ps mit den Optionen aux gibt alle laufenden Prozesse in einer ausführlichen Form aus. grep filtert aus der Ausgabe des Programms ps alle Zeilen heraus, in denen die Zeichenfolge netscape vorkommt. Sie sollten nun eine recht knappe Ausgabe bekommen und die gewünschte Prozeß-ID leicht finden können.

Weitere Informationen zu ps finden Sie in der Man-Page zu ps (man ps).