Platz schaffen

Nachdem Sie nun alle Ihre wichtigen Dateien gesichert haben (haben Sie???), gilt es Platz für die neue Debian GNU/Linux-Installation zu schaffen. Der einfachste – aber auch teuerste Weg – ist der Einbau einer weiteren Festplatte. Die Marke für die kleinsten im Handel erhältlichen Platten bewegt sich auf die 10-GB-Marke zu: dies ist ausreichend für ein komplettes System.

Plattenplatz hat man sowieso immer zu wenig und mit 150 Euro für eine Festplatte und weiteren 20 Euro für die Debian GNU/Linux-CDs reißt die Aufrüstung kein allzu großes Loch in die Kasse, zumal man normalerweise diesem Betrag für ein Betriebssystem alleine zu zahlen hat... ohne Festplatte!

Alternativ läßt sich die Installation natürlich auch auf einer vorhandenen Partition durchführen. Steht eine nicht mehr benutzte Partition zur Verfügung, hat man auch hier ein recht leichtes Spiel. Es lassen sich Festplatten ab einer Größe von ca. 1 GB für die Installation nutzen.

Für eine Debian GNU/Linux-Installation sind mindestens zwei freie Partitionen erforderlich. Die erste, größere, nimmt das sogenannte root-Filesystem auf. Auf dieser Partition befinden sich alle Dateien des Betriebsystems. Die zweite Partition wird für die swap-Partition verwendet. Das Betriebssystem lagert während des Betriebs hier Daten aus, die nicht mehr in den Hauptspeicher (RAM) passen. Als Faustregel kann man für die Swap-Partition das doppelte des Hauptspeichers(RAM) annehmen. Rechner mit sehr viel Hauptspeicher kommen aber auch mit weniger Platz aus. Das root-Filesystem kann nie groß genug sein. Wer über sehr wenig Platz verfügt, kann aber schon mit 500MB ein recht umfangreiches System, inklusive grafischer Benutzeroberfläche, installieren.

Der Vorgang, mit dem neue Partitionen eingerichtet werden, unterscheidet sich auf den verschiedenen Systemen stark, deshalb werden diese getrennt beschrieben.

i386

Auf einem Intel-kompatiblen System können Sie bereits vor der Installation von Debian GNU/Linux Platz für neue Partitionen schaffen. Häufig ist es dabei notwendig, vorher die Festplatte zu defragmentieren, also die belegten Bereiche auf der Platte so anzuordnen, daß diese möglichst zusammenhängend zur Verfügung stehen. Danach können Sie mit dem Programm fips.exe (unter DOS) die bestehenden Partitionen verkleinern. Grundsätzlich ist fips.exe in der Lage, dieses ohne Verlust der Daten vorzunehmen, in jedem Fall schadet aber auch bei dieser Aktion ein Backup der Daten nicht! Sie finden das Archiv fips20.zip im Verzeichnis tools/ auf der ersten Debian GNU/Linux CD-ROM. Wenn Sie keinen passenden Entpacker installiert haben, können Sie das Programm unz512x3.exe benutzen, welches sich im gleichen Verzeichnis befindet.

Natürlich stehen auch kommerzielle Werkzeuge zur Verfügung, mit denen Sie diese Änderungen durchführen können, das wohl bekannteste Programm ist Partition Magic. Mit einem solchen Werkzeug können Sie verlustfrei neue Partitionen über eine grafische Oberfläche anlegen. Wenn Sie keinen Wert auf einen solchen Luxus legen, greifen Sie lieber zu fips.exe und gehen Sie von dem gesparten Geld nett Essen...

Wenn Sie Debian GNU/Linux auf einer neuen Festplatte oder einer noch freien Partition installieren, können Sie auch später, während der Installation von Debian GNU/Linux, mit dem Programm cfdisk weitere Partitionen einrichten. Eine Beschreibung hierzu findet sich an entsprechender Stelle.

m68k

m68k - Amiga

Beachten Sie, daß es nicht möglich ist, eine Festplatte unter AmigaOS zu partitionieren, ohne den gesamten Inhalt aller Partitionen auf dieser Festplatte zu verlieren. Sichern Sie also zunächst Ihre Daten! Da nach einer neuen Partitionierung der Platte auch das AmigaOS nicht mehr lauffähig ist, stellen Sie sicher, daß ein Satz AmigaOS Installationsdisketten bereitliegt und funktionsfähig ist.

Zu dem auf dem Amiga installierten Betriebssystem AmigaOS gehört das Programm „HDToolBox“, mit dem Sie die Festplatte vor der Installation von GNU/Linux partitionieren können. Sie finden „HDToolBox“ auf Ihrer Systempartition (sys:), von der das System gestartet wurde, im Verzeichnis „Tools“.

  m68k / Amiga - HDToolBox

Wählen Sie zuerst die Festplatte aus der Liste aus, auf der Debian GNU/Linux installiert werden soll. Klicken Sie danach auf die Schaltfläche „Partition Drive“ ...

  m68k / Amiga - HDToolBox

und wählen Sie eine freie Partition aus, oder erzeugen Sie eine neue Partition, die das Debian root-Dateisystem (/) beinhalten soll.

m68k / Amiga - HDToolBox

Aktivieren Sie nun für diese Partition die Schaltfläche „Advanced Options“ und tragen Sie unter „Change“ folgende Angaben ein:

  • Setzen Sie den Dateisystemtyp auf „Custom Filesystem“ oder auf „Reserved Filesystem“, dies ist von der installierten Version von „HDToolBox“ abhängig.

  • Tragen Sie in das Feld „Identifier“ den Wert 0x4c4e5800 (hexadezimal für LNX\0) ein.

  • Deaktivieren Sie die Schaltflächen „Auto-mount this partition“ und „Custom Bootcode“.

  • Tragen Sie unter „Reserved blocks at“ eine 2 für der Startwert und eine 0 für den Endwert ein.

Hier ein Beispiel für eine solche Partition:

m68k / Amiga - HDToolBox

Wenn Sie weitere Partitionen anlegen möchten, zum Beispiel für /usr, /home usw., dann gehen Sie dabei wie eben beschrieben vor. Diese können dann später während der Installation eingebunden werden.

Zuletzt legen Sie noch eine Partition für den Swap-Bereich an. Gehen Sie hierbei wie schon beschrieben vor, tragen Sie jedoch als „Identifier“ den Wert 0x53575000 (hexadezimal für SWP\0) ein. Wenn Sie über wenig Platz auf der Festplatte verfügen, können Sie auch verschiedene Swap-Partitionen auf unterschiedlichen Festplatten anlegen.

m68k / Amiga - HDToolBox

Am besten notieren Sie sich jetzt den Aufbau der Partitionen, Sie können so später leichter die Linux-Partitionen den Linux Device-Dateien zuordnen. Hierbei ist die Reihenfolge wichtig, also zum Beispiel: Amiga - Linux Root - Linux Swap, doch dazu später mehr.

Wechseln Sie nun wieder zum Hauptfenster von „HDToolBox“ und klicken Sie auf „Save changes to drive“. Bevor Sie die Abfrage bestätigen, prüfen Sie noch einmal ob Sie auch wirklich die gewünschte Partition ausgewählt haben, wenn Sie die Änderungen speichern, sind alle Daten auf dieser Festplatte verloren! Falls notwendig, wird der Amiga nach dieser Änderung einen Neustart durchführen.

m68k - Macintosh

Auf der Macintosh-Plattform ist es ebenfalls nicht möglich, die Festplatte zu partitionieren ohne alle Daten auf dieser zu verlieren. Sichern Sie also zunächst alle Daten. Wenn Sie Debian GNU/Linux auf der Systemplatte installieren, zum Beispiel weil keine weitere Festplatte angeschlossen ist, achten Sie darauf, daß funktionsfähige Disketten bereitliegen, um zunächst das MacOS neu zu installieren, nachdem Sie die Festplatte neu partitioniert haben.

Um neue Partitionen zu erzeugen, steht Ihnen unter MacOS das Programm „HD SC Setup“ zur Verfügung. Von diesem Programm werden leider nur Festplatten erkannt, die von Apple eingebaut wurden. Wenn Sie es sich zutrauen, können Sie mit dem Programm „ResEdit“ eine Änderung am Programm „HD SC Setup“ vornehmen, so daß auch Festplatten von anderen Herstellern erkannt werden. Detaillierte Informationen hierzu finden Sie unter der URL: http://www.euronet.nl/users/ernstoud/patch.html.

Alternativ können Sie auch Programme von anderen Herstellern einsetzen, wie zum Beispiel HDT (FWB) oder SilverLining (LaCie), dieses sind kommerzielle Programme. Als freie Alternative steht noch DiskTool von Tim Endres zur Verfügung. Dieses Programm steht unter der GPL und ist auf dem FTP-Server des Linux m68k-Projektes ( ftp://ftp.mac.linux-m68k.org/pub/linux-mac68k/mac-utils/DiskTool.sea.hqx) zu finden.

Wenn Sie keinen Wert auf eine grafische Oberfläche legen, können Sie auch pdisk aus dem MkLinux-Projekt verwenden, dieses liegt auch in einer Version für m68k-Rechner vor. Sie finden die aktuellste Version unter ftp://ftp.mklinux.apple.com/pub/wip/pdisk/latest/.

Je nach verwendetem Programm unterscheidet sich die Benutzeroberfläche ein wenig, wir werden das Einrichten neuer Partitionen am Beispiel von Apples „HD SC Setup“ vorstellen. Unabhängig davon, welches Programm Sie benutzen: Stellen Sie in jedem Fall die Partitionsnamen wie folgt beschrieben ein.

Sie können mit „HD SC Setup“ sehr bequem per Maus Partitionen löschen und neue anlegen. Wenn Sie über die Schaltfläche „Custom“ neue A/UX (Apple Unix-) Partitionen anlegen, werden automatisch die richtigen Werte für die Partitionsnamen und -typen eingetragen. Wenn Sie neue Partitionen anlegen, achten Sie darauf, daß bei normalen Partitionen als Typ Apple_Unix_SVR2 und als Partitionsname „A/UX Root“ oder „A/UX Root&Usr“ oder „A/UX Usr“ eingetragen wird. Linux-Swap-Partitionen müssen als Typ und Name den Eintrag swap erhalten.

Legen Sie mindestens eine Partition für Debian GNU/Linux und eine Partition für den Swap-Bereich sowie eventuell eine Partition für MacOS an. Beachten Sie, daß Linux auf dem 68k Mac über das Programm „Penguin“ gestartet wird und dafür ein installiertes MacOS benötigt.

Wenn Sie die Änderungen an der Partitionstabelle speichern, wird der Macintosh in den meisten Fällen einen Neustart durchführen. Falls nötig installieren Sie nun das MacOS neu und fahren Sie dann mit der Installation fort.

alpha

Auf dieser Architektur steht während der Installation das Programm fdisk zur Verfügung, so daß an dieser Stelle keine weiteren Schritte notwendig sind. Natürlich sollten Sie Ihre Daten sichern.

Wenn Sie ein anderes Betriebssystem auf Ihrer Alpha-Maschine einsetzen, müssen Sie dieses ebenfalls nach der Partitionierung der Festplatte neu installieren.

powerpc

Wie schon auf den älteren, mit Motorolas 68000er Prozessoren bestückten, Macintosh-Rechnern ist es auf den neueren Macs mit PowerPC Prozessor nicht möglich, die Festplatte zu partitionieren ohne alle Daten auf dieser zu verlieren. Sichern Sie also zunächst alle Daten. Wenn Sie Debian GNU/Linux auf der Systemplatte installieren, zum Beispiel weil keine weitere Festplatte angeschlossen ist, achten Sie darauf, daß funktionsfähige Disketten oder CD-ROMs bereitliegen, um zunächst das MacOS neu zu installieren, nachdem Sie die Festplatte neu partitioniert haben. Wie bei jeder Linux-Installation, sollten Sie auch auf der PowerPC-Plattform mindestens zwei Partitionen (für / und swap, neben den Partitionen für MacOS) für GNU/Linux anlegen.

Um Festplatten unter MacOS zu partitionieren, wählen Sie aus dem Ordner „Dienstprogramme“ die Anwendung „Laufwerke konfigurieren“ und legen Sie die gewünschten Partitionen an. Sie sollten hierzu zunächst alle Daten sichern und den Rechner mit der Installations-CD neu starten. Richten Sie nun die Festplatte neu ein und installieren Sie das MacOS.

PowerMacs werden in zwei Gruppen geteilt. Neuere Geräte, die ab Mitte 1998 produziert wurden, also alle Geräte mit farbigen Gehäusen wie iMacs, iBooks, G4 und die farbigen G3-Rechner, sowie die meisten Powerbooks, die ab 1999 gefertigt wurden, werden als „NewWorld“ PowerMacs bezeichnet. Diese Geräte laden einen großen Teil des ROMs von der Festplatte ins RAM. Ältere Geräte mit PowerPC-Prozessor, welche in grauen Gehäusen ausgeliefert wurden, werden als „OldWorld“ PowerMacs bezeichnet. Diese beiden Gruppen von Geräten unterscheiden sich im verwendeten Bootloader.

Wenn Sie einen älteren PowerMacintosh benutzen (eines der „grauen“ Geräte), so können Sie später während der Installation den Bootloader quik im MBR (Master Boot Record) der Festplatte installieren.

Neuere, farbige Modelle (sogenannte „NewWorld“ PowerMacs wie iMac, iBook, G4...) verwenden als Bootloader yaboot. Hierbei ist es notwendig, eine zusätzliche Partition von ca. 1MB vor allen anderen Partitionen anzulegen. Dies können Sie auch schon unter MacOS erledigen.