Freie Software / Open Source

Debian GNU/Linux ist freie Software, auch Open Source Software genannt – aber warum muß man dann für Debian GNU/Linux etwas bezahlen?

Freie Software unterscheidet sich von Freibier in einem ganz entscheidenden Punkt: im Preis. Sicher kann es auch schon mal passieren, daß man eine Debian GNU/Linux-CD kostenlos bekommt, aber der Begriff freie Software beschreibt nicht das Verschenken von CDs. Der Preis, den Sie für eine Debian GNU/Linux-CD bezahlen, setzt sich aus den Kosten für die Zusammenstellung der CD sowie dem Herstellungsprozeß, also dem Pressen der CDs und dem Druck der Dokumentation und des Covers, sowie den Kosten, die dem Hersteller der CDs für den Download der Software entstehen, und schließlich auch den Vertrieb der Pakete, zusammen. Sie können die Debian GNU/Linux-Software auf so vielen Rechnern wie Sie möchten installieren; es fallen keinerlei Lizenzkosten pro Installation an. Sie können die Debian GNU/Linux-CDs beliebig an Freunde und Bekannte verleihen oder auch Kopien der CDs weitergeben, ohne Lizenzkosten. Sie können Debian GNU/Linux auf Ihrem Rechner zuhause oder in der Firma installieren, Sie zahlen nichts extra dafür.

Natürlich können Sie Debian GNU/Linux aus dem Internet von einem der vielen Debian GNU/Linux FTP-Server kopieren und installieren. Bei den momentanen Kosten für Internetzugänge ist dies aber sicherlich teurer als eine CD-ROM.

Zu jedem Debian GNU/Linux-Paket sind auf den FTP-Servern im Verzeichnis source/ die Programme im Quellcode (source) verfügbar. Diese stehen jedermann zur Verfügung und jeder kann an der weiteren Entwicklung teilnehmen. Die Möglichkeit, Änderungen an den Quellen vorzunehmen und diese Änderungen an die Hauptentwickler zu geben, damit diese die Änderungen in das Programm aufnehmen, machen die hohe Effektivität der Open Source Software aus. Achten Sie darauf, wenn Sie an der Entwicklung freier Software teilnehmen wollen: nicht jedes Programm, das sich als „Open Source“ bezeichnet, erfüllt dieses Kriterium. Es geht nicht allein darum, Einblick in den Quellcode zu gewähren, wichtig ist auch, daß es jedermann freisteht, Änderungen vorzunehmen und daß auch diese wieder für jedermann zugänglich gemacht werden, indem die Änderungen in den Quellcode einfließen.

Ein dritter entscheidender Punkt ist, daß alle freie Software auch für alle Zeit freie Software bleiben muß. Dies schützt freie Softwareprojekte davor, daß irgend jemand freie Software zu seinem Eigentum erklärt und „eigene“ Produkte daraus erstellt. Im Anhang finden Sie einige Links zu weiteren Informationen zu diesem recht komplexen Thema.

Freie Software zeichnet sich weiterhin dadurch aus, daß die Verwendung dieser Software wirklich frei ist, Sie können diese Software einsetzen, wofür Sie wollen, zuhause, im Büro, privat, kommerziell, zum Spielen, zur Produktion von Filmen, zur Produktion von Waffen. Dieser letzte Punkt mag abschreckend klingen, aber niemand soll in der Verwendung freier Software reglementiert werden.

Es gibt viele verschiedene Lizenzen für „freie Software“: einige sind mehr, andere weniger „frei“. Wenn Sie sich für den Einsatz eines speziellen Programms in einem speziellem (zum Beispiel im kommerziellen Einsatz) Bereich interessieren, lesen Sie die Lizenzbedingungen der jeweiligen Software. Diese Lizenzen finden Sie unter /usr/doc/ beziehungsweise /usr/share/doc/.

Richard Stallman fasste dies in den frühen 80er Jahren zusammen und formulierte vier „Freiheiten“:

0. Freiheit:

Die Freiheit, ein Programm für jeden Zweck einsetzen zu dürfen

1. Freiheit:

Die Freiheit, untersuchen zu dürfen, wie ein Programm funktioniert, und es den eigenen Bedürfnissen anzupassen

2. Freiheit:

Die Freiheit, Kopien für Andere machen zu dürfen

3. Freiheit:

Die Freiheit, das Programm verbessern zu dürfen und diese Verbesserungen zum allgemeinen Wohl zugänglich zu machen