6.4.6 Mail Routing

Sie besitzen alle eine E-Mail-Adresse, die mit hrz.tu-chemnitz.de endet. Dahinter verbirgt sich jedoch nicht direkt ein Rechner, an den eine Nachricht mit diesem Ziel gesendet wird. Wir wollen uns daher mittels nslookup den Nameserver-Eintrag für die entsprechenden MX-Records (Mail Exchanger) ansehen:
hot@kirke 1 > nslookup 
Default Server:  sunnyboy.informatik.tu-chemnitz.de
Address:  134.109.192.18

> set type=MX
> hrz.tu-chemnitz.de
Server:  sunnyboy.informatik.tu-chemnitz.de
Address:  134.109.192.18

hrz.tu-chemnitz.de      preference = 1, mail exchanger = saturn.hrz.tu-chemnitz.de
hrz.tu-chemnitz.de      preference = 100, mail exchanger = deneb.dfn.de
hrz.tu-chemnitz.de      preference = 1, mail exchanger = obelix.hrz.tu-chemnitz.de
tu-chemnitz.de  nameserver = saturn.hrz.tu-chemnitz.de
tu-chemnitz.de  nameserver = obelix.hrz.tu-chemnitz.de
tu-chemnitz.de  nameserver = ns.nic.de
tu-chemnitz.de  nameserver = faui45.informatik.uni-erlangen.de
saturn.hrz.tu-chemnitz.de       internet address = 134.109.132.51
deneb.dfn.de    internet address = 192.76.176.9
obelix.hrz.tu-chemnitz.de       internet address = 134.109.132.55
ns.nic.de       internet address = 193.196.32.1
faui45.informatik.uni-erlangen.de       internet address = 131.188.30.45
faui45.informatik.uni-erlangen.de       internet address = 131.188.2.45
faui45.informatik.uni-erlangen.de       internet address = 131.188.1.45
faui45.informatik.uni-erlangen.de       internet address = 131.188.34.45
faui45.informatik.uni-erlangen.de       internet address = 131.188.44.45
> 
Der Absender-MTA muß zuerst eine Nameserver-Anfrage durchführen, um die IP-Adresse des Zielrechners zu ermitteln und die TCP-Verbindung aufbauen zu können. Als Ergebnis bekommt er die gezeigten MX-Records, die die möglichen Zielrechner sowie ihre IP-Adressen enthalten. Diese MTAs sind dann für den Empfang und die weitere Zustellung der Nachricht verantwortlich.
Aus Redundanzgründen lassen sich mehrere Mail Exchanger mit unterschiedlicher Priorität eintragen. Im Beispiel sind saturn und obelix gleichberechtigt. Erst wenn beide versagen sollten, wird die E-Mail an deneb gesendet.

Eine weitere Verwendung der MX-Records liegt in der Zustellung von E-Mails an Nutzer auf Rechnern mit eingeschränktem Internet-Zugang (beispielsweise verhindert ein Firewall die Verbindungsaufnahme vom Internet aus). In einem MX-Record läßt sich daher eine Maschine (z.B. der Firewall-Rechner) spezifizieren, die den Empfang der E-Mail gestattet und sich um die weitere Zustellung kümmert.


© Uwe Hübner, Heino Gutschmidt, 2.7.1998