2.2. UDP - User Datagram Protocol

2.2.1 Eigenschaften von UDP

UDP ist ein einfaches, verbindungsloses Transportprotokoll, das einer Anwendung die Möglichkeit gibt, unter Verwendung von Datagrammen mit anderen, lokal bzw. entfernt laufenden Anwendungen zu kommunizieren. Der wesentliche Unterschied zu dem bereits durch IP erbrachten Datagramm-Dienst besteht in der Unterscheidung verschiedener Anwendungenen eines Systems durch die Angabe von Portnummern. So können wir z.B. je nach Bedarf ganz gezielt den TFTP- oder NFS-Server eines durch eine IP-Adresse eindeutig identifizierten Rechners ansprechen.

Genau wie IP ergreift UDP selbst keinerlei Maßnahmen, um eine zuverlässige Kommunikation zu gewährleisten. Es kann daher passieren, daß Datagramme beim Transport durch das Netz beschädigt, dupliziert, umgeordnet oder vernichtet werden. Eine Flußkontrolle findet nicht statt. In der Literatur wird der durch UDP erbrachte Dienst deshalb häufig als Best-effort Delivery bezeichnet.

Der Ablauf beim Senden von Daten über UDP stellt sich grob folgendermaßen dar:

Bei UDP bewirkt also jede Ausgabeoperation das Versenden genau eines UDP-Datagramms. Damit wird dem Sender garantiert, daß logisch zusammengehörige Daten durch den Transport nicht getrennt werden, sondern bei korrekt funktionierendem Netz als logische Einheit beim Empfänger eintreffen und für diesen als solche erkennbar sind.

Bei dem durch TCP realisierten unstrukturierten Bytestrom gibt es dagegen keine direkte Zuordnung zwischen den Ausgaben des Senders und den tatsächlich auf dem Netz übertragenen TCP-Paketen, da deren Inhalt von einer Vielzahl von Faktoren, z.B. der Netzlast, abhängt. Eine implizite Markierung logisch zusammengehörender Bytegruppen erfolgt im Gegensatz zu UDP daher nicht. Bei Bedarf muß der Sender eine explizite Markierung durch zusätzliche Zeichen im Datenstrom vornehmen, beispielsweise durch Endekennzeichnungen oder vorangestellte Längenangaben.

Die folgende Abbildung zeigt die Einbettung (Encapsulation) eines UDP-Datagramms in ein IP-Datagramm:


© Holger Trapp, 22.5.1998