1.11.6. Punkt-zu-Punkt-Verbindungen

Nicht selten ist eine Netztopologie vorhanden, bei der ein "entfernter" Rechner an ein LAN angeschlossen werden soll:

Es gibt einige Softwarepakete (z.B. CarbonCopy), die in einem solchen Fall vom Rechner beta aus eine "Fernbedienung" des Rechners alpha realisieren. Leider hat diese Verfahrensweise mehrere Einschränkungen (nahezu gleiche Hard- und Software der beteiligten Rechner ist gefordert, Nutzung von Dateien auf beta ist umständlich, ...).

Die universellere Lösung besteht darin, daß auch beta zu einem "echten" IP-Endpunkt wird. Die serielle Leitung wird dann mit den Protokollen SLIP (oder PPP) benutzt; alpha muß als Router fungieren.

Bei unserem ersten Konfigurierungsansatz verwenden wir zwei unterschiedliche Netze für das Ethernet und die serielle Leitung (die beiden ersten Klasse-C-Netze fur "private" Verwendung).

  1. Stellen Sie die beteiligten Interfaces und Routen ein! Denken Sie daran, daß zur Aktivierung des SLIP-Protokolls zusätzlich das Kommando slattach gebraucht wird (siehe Abschnitt "Interface-Einstellung").

  2. Nehmen Sie Durchsatz- und Verzögerungsmessungen vor! Ermitteln Sie dabei auch Abhängigkeiten von SLIP-Datenrate und -MTU.

  3. Es ist natürlich eine Verschwendung von Adreßraum, wenn für eine Punkt-zu-Punkt-Verbindung ein ganzes Klasse-C-Netz "geopfert" wird (es werden nur zwei Adressen verwendet).
    Eine Alternative besteht darin, daß auch der Rechner beta eine Adresse aus demselben Netz bekommt wie die Rechner direkt am Ethernet. Damit das funktioniert, muß nun aber der Rechner alpha "stellvertretend" für beta am Ethernet handeln, d.h. insbesondere ARP-Anfragen für beta beantworten (Proxy-ARP). Natürlich muß er auch die Pakete für beta entsprechend dorthin routen.

    Konfigurieren Sie alpha und beta entsprechend um, und stellen Sie Proxy-ARP in alpha ein. Jetzt können Sie ausprobieren, ob das auch funktioniert.


© Uwe Hübner, 29.09.96