4. Transformationswerkzeuge

4.1. Allgemeine Eigenschaften

Abbildung 13.87. Eine Übersicht aller Transformationswerkzeuge von GIMP

Eine Übersicht aller Transformationswerkzeuge von GIMP

Im mittleren Bereich des Werkzeugfensters finden Sie die acht Transformationswerkzeuge, welche GIMP Ihnen zur Verfügung stellt. Während die Malwerkzeuge die Eigenschaften von Pixeln verändern, werden durch die Transformationswerkzeuge die Pixel selbst verändert. Es werden also Pixel hinzugefügt, gelöscht oder verschoben, ohne dass dabei deren Eigenschaften wie Farbe oder Transparenz beeinflusst werden. Bei der Arbeit mit den Transformationswerkzeugen wird, sobald Sie das Bildelement auswählen, auf das die Transformation angewendet werden soll, ein Informationsdialog eingeblendet. In diesem Dialog können Sie alle Parameter exakt einstellen, bevor das Werkzeug angewendet wird.

4.1.1. Werkzeugeigenschaften

Abbildung 13.88. Allgemeine Werkzeugeigenschaften der Transformationswerkzeuge

Allgemeine Werkzeugeigenschaften der Transformationswerkzeuge

Viele Eigenschaften sind in mehreren Transformationswerkzeugen vorhanden. Diese werden hier beschrieben. Eigenschaften, die nur für ein spezielles Werkzeug verfügbar sind, werden in dem Kapitel beschrieben, in welchem das Werkzeug detailliert vorgestellt wird.

Transformation

GIMP bietet drei Schaltflächen, um einstellen zu können, auf welches Bildelement die folgende Transformation angewendet wird.

[Anmerkung] Anmerkung

Denken Sie daran, dass die Eigenschaft auch nach dem Arbeiten mit diesem Werkzeug erhalten bleibt.

  • Durch Aktivieren der ersten Schaltfläche wird das Werkzeug auf die aktuelle Ebene angewendet. Falls keine Auswahlen auf dem Bild existieren, wird die gesamte Ebene transformiert.

  • Durch Aktivieren der zweiten Schaltfläche wird dafür gesorgt, dass das Werkzeug nur auf die Auswahl (genauer gesagt: auf den Umriss der Auswahl, nicht auf den Inhalt) angewendet wird. Falls es keine Auswahl gibt, wirkt das Werkzeug auf die ganze Ebene.

  • Mit aktivierter dritter Schaltfläche können nur Pfade transformiert werden.

Richtung

Mit dieser Eigenschaft können Sie einstellen, auf welche Art das Bild oder die Ebene transformiert wird. Hierzu bietet GIMP zwei Richtungen an:

Die traditionelle Transformationsrichtung Normal (vorwärts) arbeitet so, wie Sie es intuitiv erwarten würden. Sie stellt die Form, die das Bild oder die Ebene nach der Transformation haben soll, mit Hilfe der Griffpunkte ein, und sobald Sie die Transformation ausführen, wird das Bild beziehungsweise die Ebene entsprechend verformt, um dem eingestellten Gitter zu entsprechen.

Die Transformationsrichtung Korrigierend (rückwärts) ist primär dazu gedacht, digitale Bilder wie Fotos oder Scans, welche nicht korrekt ausgerichtet sind, zu korrigieren. Hierzu stellen Sie mit Hilfe der Griffpunkte des Gitters Art und Stärke des Bildfehlers ein, dass heisst Sie richten das Gitter beispielsweise so aus, dass es die gleiche perspektivische Verzerrung aufweist wie das Bild. Wenn Sie dann die Transformation ausführen, wird das Gitter und mit diesem das Bild beziehungsweise die Ebene derart „rückwärts“ verformt, dass es sich wieder in der Ausgangsform und -position befindet. Siehe auch Abschnitt 4.5, „Drehen“.

Interpolation

Mit dieser Eigenschaft legen Sie die Interpolationsmethode und somit die Qualität der Interpolation fest:

Keine

Die Farbe jedes Pixels wird vom nächsten benachbarten Pixel des Originalbilds kopiert. Dies führt häufig zu Aliasing („Treppen-“Effekt) und einem grobkörnigem Bild, ist aber die schnellste Methode. Manchmal wird diese Methode auch Nearest Neighbor („nächster Nachbar“) genannt.

Linear

Die Farbe jedes Pixels ist der Mittelwert der 4 nächsten Pixel der Originalbildes. Dies ergibt für die meisten Bilder ein befriedigendes Ergebnis und ist einen guter Kompromiss zwischen Geschwindigkeit und Qualität. Diese Methode wird manchmal auch „Bilinear“ genannt.

Kubisch

Die Farbe jedes Pixels ergibt sich aus dem Mittelwert der 8 nächsten Pixel der Originalbildes. Dies liefert gewöhnlich das beste Resultat, benötigt aber natürlich mehr Zeit. Manchmal wird die Methode auch Bicubic („Bikubisch“) genannt.

Sinc (Lanczos3)

Die Lanczos3 -Methode erreicht mit Hilfe der mathematischen sinc-Funktion eine Interpolation von hoher Qualität.

Sie können die voreingestellte Interpolationsmethode bei den Einstellungen festlegen.

Beschneidung

Bei aktivierter Option wird die Größe des transformierten Elementes auf die Größe des Originals zugeschnitten.

Sie können zwischen verschiedenen Methoden wählen:

Anpassen

Abbildung 13.89. Beispielbilder für die Beschneidung

Beispielbilder für die Beschneidung

Originalbild

Beispielbilder für die Beschneidung

Drehen angewendet mit „Anpassen

Beispielbilder für die Beschneidung

Drehen angewendet mit „Anpassen“ (Leinwand auf Ebenengröße angepasst)


Die Ebene wird so weit vergrößert, dass der gedrehte Inhalt komplett hineinpasst. Da sind die Größe der Leinwand selbst jedoch nicht geändert hat, wird ein Rahmen sichtbar. Durch Anpassen der Größe der Leinwand an die Ebene mittels BildLeinwand an Ebenen anpassen wird das gesamte Bild sichtbar gemacht (rechte Seite im Beispiel).

Beschneiden

Abbildung 13.90. Beispiel für Beschneiden

Beispiel für Beschneiden

Beschneiden


Die Ebene wird beim Drehen nicht vergrößert. Dadurch werden Teile des gedrehten Inhaltes abgeschnitten.

Auf Ergebnis beschneiden

Abbildung 13.91. Beispiel für Auf Ergebnis beschneiden

Beispiel für Auf Ergebnis beschneiden

45°-Drehung mit „Auf Ergebnis beschneiden

Beispiel für Auf Ergebnis beschneiden

Gesamtansicht, das Ergebnis ist rot markiert


Wenn Sie diese Einstellung ausgewählt haben und eine Transformation auf eine Ebene anwenden, werden die hierdurch gegebenfalls entstehenden leeren Bereiche an den Kanten abgeschnitten. Es handelt sich sozusagen um die Umkehrung der Einstellung Anpassen.

Auf Seitenverhältnis beschneiden

Diese Einstellung wirkt ähnlich wie Auf Ergebnis beschneiden, ohne jedoch das Seitenverhältnis der Ebene zu verändern.

Vorschau

GIMP bietet die Möglichkeit, zwischen vier verschiedenen Arten der Vorschau zu wählen:

Umriss

Legt einen Rahmen um das Bild. Dieser Umriss hat an jeder Ecke einen aktiven Punkt, mit dem Sie die Transformation beeinflussen können. Diese wird zunächst nur am Rahmen sichtbar.

Raster

Legt ein Gitter auf das Bild. Dieses Gitter hat an jeder Ecke einen aktiven Punkt, mit dem Sie die Transformation beeinflussen können. Diese wird zunächst nur am Gitter sichtbar.

Bild

In diesem Fall wird eine Kopie des Bildes mit einem Rahmen über das eigentliche Bild gelegt. Die Transformation wird für dieses Vorschaubild angezeigt, so dass Sie genau sehen, wie das Ergebnis aussehen würde.

Raster+Bild

Sowohl das Gitter als auch das Vorschaubild werden angezeigt.

Wenn die gewählte Art der Vorschau ein Gitter verwendet, stehen Ihnen in einem Menü zwei weitere Eigenschaften zur Verfügung: Anzahl der Gitterlinien erlaubt es Ihnen einzustellen, wie viele Gitterlinien angezeigt werden. Verwenden Sie den Schieberegler, um die Anzahl festzulegen. Abstand der Gitterlinien erlaubt es Ihnen einzustellen, in welchem Abstand die Gitterlinien angezeigt werden. Verwenden Sie den Schieberegler, um den Abstand festzulegen.

Deckkraft

Mit diesem Schieberegler können Sie Deckkraft der Vorschau regeln.

[Anmerkung] Anmerkung

Wenn Sie einen Pfad transformieren, stehen Ihnen die Vorschaueinstellungen mit Vorschaubild nicht zur Verfügung. Nur der Umriss ist aktiv.