Vorbereitung
Am 22. Februar 2003 schickte ich den folgenden Brief an Karl-Heinz nach Salzwedel:

Betreff: Garl in Gamms

Hallo Karl-Heinz,
anbei ein etwas neuerer Flurplan von Chemnitz mit eingezeichneten Einflugschneisen zum Harthwald und der vorläufige Veranstaltungskalender für die Woche vom 3.3. bis 7.3. 2002:
 
Montag 3.3. 2002
Begrüßung und Lagebesprechung. Zur Nahrungssuche durch den Harthwald ins Kaufland. Dort werden die besten Hähnchen geschossen. Und täglich abends, statt „blöde vor der Glotze hängen“ oder sonstigen Ausschweifungen gibt es einen lehr- und geist(-unter 25%-)reichen Internetlehrgang.
Internetlehrgang Teil I: Netzarchitektur und Übertragungstechnik
 
Dienstag 4.3. 2002
Vom Fichtelberg zum Keilberg – Eine Wanderung durchs schöne Sudetenland. Feilschen mit Vittschiees und andere Absonderlichkeiten liegen an der Wegstrecke.
Internetlehrgang Teil II: Was tun wir so im Netz?– HTML und eMail, die Sprache des Internet!
 
Mittwoch 5.3. 2002
Zwischen Schneeberg und Auersberg – mit der Sowjetunion in eine strahlende Zukunft. Was aus Aue so geworden ist und was der Uranbergbau uns so hinterlassen hat. Abschließend quälen wir uns auf den Auersberg und erblicken in der Ferne liegende Böhmische Dörfer.
Internetlehrgang Teil III: Alles Wissen liegt im Netz – Was Suchmaschinen können und nicht können!
Donnerstag 6.3. 2002
Ein Gang durch Chemnitz und der Besuch der vieldiskutierten Wehrmachtsausstellung. 
Internetlehrgang Teil IV: Multimedia im WWW – Wie gelangen Audio – und Videosequenzen zu uns?

 
Freitag 7.3. 2002
Lagebesprechung und Verabschiedung
Internetlehrgang Teil V: Wir bauen eine Internetseite „Garl in Gamms“.

 Spielplanänderungen und Sondereinlagen immer möglich!

 Mit freundlichen Grüßen und Glück Auf!

 Rainer

 

Leider konnte unser geplantes Treffen zum beschlossenem Zeitpunkt wegen einer bei mir sich spontan eingefundenen Grippe trotz sofort eingeleiteter Kräuterkur doch nicht stattfinden. Zum nächstmöglichen Zeitpunkt wurde es dann aber nachgeholt

17.3.2003                                                  

Begrüßung

17. 3. 2003  - Montag - Anreise

Gegen 1530 Uhr traf Karl in Chemnitz ein. Bei Kaffee und Kuchen erfolgte die erste Lagebesprechung. Die Fahrt  verlief ohne Zwischenfälle und Zeitverzögerungen. So konnten wir gleich den ersten Punkt des vorgegebenen Programms beginnen: Der Gang durch den Harthwald. Von 1615 - 1815 Uhr waren wir auf Tour. Fast alle Ecken des Harthwaldes inspizierten wir bevor der Weg nach Klaffenbach und danach ins Kaufland führte. Statt Broiler entschieden wir uns für Jägerpfanne, die uns zu Hause Ingrid zubereitete.

Für den ersten Tag war genug getan – der Begrüßungskräuter fehlte nur noch.
18.3.2003                                                                                                                                                                   

Alfredo


Auf dem Bärenstein


Blick zum Fichtelberg


Fichtelberg, am Sessellift


bergauf


Aussichtsturm auf dem Fichtelberg


Blick zum Keilberg


In Gottesgab


Das feine Hotel ....


... mit dem feinen Leuchter


Im Zechengrund


Nach der Wanderung


Aussichtsturm .............

.... auf dem Keilberg ........

.... zu verkaufen


Aussichtsturm ....

..... auf dem Auersberg


Ohne Worte

18. 3. 2003  - DienstagFichtelberg und Keilberg

 Pünktlich 800 Uhr startete der französische SAW in das obere Erzgebirge. Vorher führte ein kleiner Umweg über Einsiedel, um Ingis Brötchenbackmaschine, das Gymnasium, von außen zu besichtigen. Danach fuhren wir sogleich auf der B95 den Harthauer Berg hoch über Annaberg nach Bärenstein, direkt auf den Bärenstein. Der Esel Alfredo begrüßte uns lautstark in seiner ihm gemäßen mit einen vierfachen „Ia“ (*4). Während des Rundganges auf dem Bärenstein wurde es hell und heller. So tauchte schon die Talsperre Cranzahl leicht aus dem Nebel auf. Der Fichtelberg, unser nächstes Ziel, war leider noch nicht zu sehen.

Fichtelberg
Mit 1214 Meter über dem Meer ist der Fichtelberg die höchste Erhebung Sachsens. Von hier oben kann man Richtung Norden fast das gesamte Erzgebirge überblicken, an Tagen mit besonders guter Fernsicht ist selbst das Völkerschlachtdenkmal bei Leipzig zu sehen. Nach Süden reicht der Blick weit ins Böhmische Becken. Seit kurzen lädt auch das völlig neuerrichtete Fichtelberghaus mit Hotel zum Verweilen ein. Weiterhin ist hier eine der ältesten deutschen Wetterwarten zu finden. Von Oberwiesenthal aus erreicht man bequem mit der Schwebebahn oder dem Sessellift den Gipfel. Wer mit dem Auto anreist, findet ausreichend Parkplätze am und auf dem Gipfel. Im Sommer lädt eine Sommerrodelbahn ein, im Winter Sessellifte und Abfahrten. Der Fichtelberg ist sehr schneesicher.    http://www.ferienland-erzgebirge.de

Um 1000 Uhr parkten wir in Oberwiesenthal ein, Parkplatz am Bahnhof. Und schon hatte sich strahlender Sonnenschein eingestellt, so wie es den Herrlichkeiten gebührt, die ohne ihre Dämlichkeiten auf Wanderschaft gehen. Mit dem Sessellift und schöner Aussicht erklommen wir den Fichtelberg. Am Hang war noch reger Skibetrieb. Obwohl an wenigen Stellen schon das Gras durchschaute, waren viele Pistenrenner noch eifrig bei der Sache. Auf dem Aussichtsturm des Fichtelberges konnten wir tief in das erzgebirgige und das böhmische Land schauen. Karl wollte ob des herrlichen Blickes sogleich seine herrliche Jutta anrufen, aber soviel Positives ließen die Mobilfunkkonzerne nicht zu: kein Netz zum Einloggen. Aber vielleicht war auch nur eine schwache Batterie und eine nicht bezahlte Monatsrechnung der Grund für diesen kontaktlosen Missklang. Dann wanderten wir in Richtung Keilberg. Abwärts des Fichtelberges musste Schwager Karl feststellen, dass seine Dumme-Jeetze-Wanderschuhausrüstung dem Fichtel-Keilbergmassiv in keiner nur erdenklichen Weise gewachsen war. So wurde nach raschem Grenzübertritt die Keilbergersteigung ebenso rasch abgesagt und in eine Autoauffahrt nach bestandener Wanderprüfung umgedeutet. Statt zum Keilberg wanderten (eher ein Spaziergang) nach Gottesgab, dem Geburts- und Sterbeort unseres bekannten Erzgebirgsliedermachers Anton Günter (Dr Vugelbeerbahm, Feierohmdlied usw.).

Aber nicht das Güntergrab war unser Ziel, sondern der Vietschiemarkt. Die Stange F6 erhielten wir für 15 statt 18 € und den Kinderanzug für 11 statt 15 €. Die Vietnamesen sahen es uns wohl an, dass wir am heutigen Tag schon einige Niederlagen einstecken mussten. So gönnten sie uns beim Feilschen wenigsten einen kleinen Sieg, wobei sie immer wieder betonten, dass sie solchen Preisen eigentlich „Konkurs machen“ müssten. Da sie dabei aber hämisch lachten, musste der Konkurs wohl eher ein Scherz für Touristen sein und unser vermeintlicher Sieg eine wohlkalkulierte Zulage im Preis zum Feilschen. So hat denn jeder seinen Spaß gehabt und wir widmeten uns einen angenehmen Mittagessen in einem sehr vornehmen Hotel mit einem noch vornehmeren Deckenleuchter bei einer sehr ärmlichen Rechnung von 12 Euro für 2 Personen mit viel Fleisch und Bier (eines außergewöhnlich gutes Pils vom Faß) und Knödel und Salat usw. Aber Euro wollte die Bedienung im vornehmen Hotel nicht annehmen. Die mussten erst an der Rezeption in Kronen getauscht werden, und zwar gegen eine saftige Gebühr. So hat wieder jeder sein Schnäppchen gemacht: wir beim preiswerten Essen und die Tschechen beim teuren Währungswechsel.

Deitsch on frei wolln mer sei!
von Anton Günter

Heil eich, ihr deitschen Brüder!
Grüß Gott viel tausend Mol!
Auf, singt deitsche Lieder,
deß rauscht ve Barg ze Tol.
Denn's gilt ja onnrer Haamit
in alter deitscher Trei;
loßt's weit in Land nei klinge,
deß mer Arzgebirger sei.
Deitsch on frei wolln mer sei,
on do bleibn mer aah derbei,
weil mer Arzgebirger sei!

Mog aah der Stormwind sausen
huch drubn of freier Höh,
liegn Barg on Wälder draußen
versteckt in tiefen Schnee,
in onnre Elternhütten
do wuhnt Gemütlichkeit,
on alte deitsche Sitten
sei derham be onnre Leit.
Deitsch on frei wolln mer sei,
on do bleibn mer aah derbei,
weil mer Arzgebirger sei!

Trebbt aah es Schicksal immer
in fremder Walt ons naus,
vergassen wolln mer'sch nimmer
es liebe Elternhaus.
Wu mir als klaane Gonge
ganz uhne Sorg on Müh
in Wald sei nausgespronge,
dorten zieht's ons wieder hi.
Deitsch on frei wolln mer sei,
on do bleibn mer aah derbei,
weil mer Arzgebirger sei!

Wos sister onnre Alten
bewahrt ons habn mei Tog,
do wolln mer fest drauf halten
of onnrer Mottersproch;
denn's is ja doch es beste,
es allerhöchste Gut,
onnrer alten deitschen Haamit
gilt der letzte Troppen Blut.
Deitsch on frei wolln mer sei,
on do bleibn mer aah derbei,
weil mer Arzgebirger sei!

Nach dem Essen, mit vollen Magen und vollen Beuteln vom Tauschhandel wanderten wir nach erfolgreichem Grenzübertritt durch den Zechengrund nach Oberwiesenthal zurück. Der Zechengrund ist als altes Bergbaugebiet noch an angezäumten Einsturzstellen erkennbar. Er zieht sich vom Fichtelberg mit steilen Abgründen talwärts. Gegen 1445 Uhr waren wir wieder am Auto um sofort den Grenzübertritt per PKW zu wagen. Nun galt es den Keilberg zu erfahren. Dort war kaum noch eine Parkgelegenheit für den SAW. Die Tschechen waren fleißig und in großen Massen mit Skifahren am Rückhang (mit Blick nach Sachsen) beschäftigt. Den Aussichtsturm auf dem Keilberg konnten wir wegen Baufälligkeit nicht mehr besteigen. Der Gesamtkomplex (Hotel und Aussichtturm) stand zwar zum Verkauf angeschlagen, aber trotz reger Touristentätigkeit war es den Gebäuden deutlich anzusehen, dass sie lange, lange von keinem Touristen mehr betreten wurden und sie wohl auch sobald keiner betreten wird. Nur gut, dass wir vorher in diesem feinen Hotel zur Speisung waren .......

Keilberg
Der 1243 Meter hohe Keilberg (Klinovec) ist der höchste Gipfel des Erzgebirges. Er überragt den Fichtelberg nur um ganze 30 m, unterscheidet sich auch von der Form her nicht sehr von seinem sächsischen Gipfelbruder. Nach Sachsen hin fällt der Berg sanft ab, aber nach Böhmen schluchtet er steil abwärts. Der Berg liegt auf der Tschechischen Seite, genau gegenüber vom Fichtelberg. Man erreicht den Keilberg zu Fuß über den Grenzübergang Forsthaus (geöffnet nur für Fußgänger) oder von der tschechischen Seite aus (Grenzübergang Oberwiesenthal). Der Aufstieg von Oberwiesenthal ist zwar etwas beschwerlich, aber in landschaftlich schöner Umgebung ein wahres Wandererlebnis.

Wir fuhren nun weiter talwärts ins Sudetenland zum Zigeunerdorf Joachimsthal. Früher mal ein nobles Radiumbad, nach dem Krieg nach deutscher Aussiedlung mit Zigeunern besiedelt, entwickelt es sich wieder zum mittelprächtigen Radiumbad. In den letzten 10 Jahren hat sich vieles positiv entwickelt. Unser Ziel waren aber die vielen Vietschiehandelsbuden entlang der Straße und die preiswerte Tankstelle, die Sprit für etwa 0,80 € anbietet. Einmal erhandelten wir einen Dingrich als Trompetenneger und andermals einen 3-teiligen Kinderanzug für Christian. Es war dieselbe Bude, in der schon Oma im Herbst vergangenen Jahres die Kleidung für ihren Urenkel erstand.

Geschachert hatten wir nun genug. Bei den Bergbesteigungen der drei höchsten Berge des Erzgebirges fehlte uns noch der zweithöchste, der Auersberg bei Johanngeorgenstadt. Genau um 1530 Uhr fuhren wir in Joachimsthal los. Vorerst mussten wir an der Grenze eine Zwangspause einlegen. Wie in „guten“ alten DDR-Zeiten wurde das Auto nach unschicklichen Ostwaren gefilzt. Wir hatten aber keine 1500 Liter Wodka und keine 200 000 Stück Camel an Bord. Die alte Filzseilschaft war enttäuscht und wir froh, endlich in Richtung Auersberg das Steuer umlegen zu können. Auf dem Auersberg erwartete uns eine herrliche Fernsicht. Das große FDJ-Aufbauwerk, die Talsperre Sosa, lag im strahlenden Sonnenschein, und an der Stelle, an der sich der Rain im Winter 1999 zwei Rippen beim Sturz auf spiegelglatter Wanderbahn erbrach, steht immer noch kein Gedenkstein. Aber Schwager Karl warf mir auch ohne dieser Gedenkstätte glaubhaft mitleidige Blicke zu als ich ihm erklärte, dass ich von dieser denkwürdigen Stätte noch 7 Kilometer mit zwei gebrochenen Rippen bis zum rettenden Auto laufen musste. Und so stieg ich für wenige Minuten in der Hochachtung des älteren und erfahreneren Schwagers .............., wovon ich lange zumindest beim Kräutertrinken zehren kann.
Der Auersberg war nun auch geschafft. Über Aue (Wismut), Stollberg (Hoheneck) und Pfaffenhain (Schloßfabrik) war gegen 1730 Uhr Gorl wieder in Gamms. Ingi hatte für uns einen herrlichen Gulasch mit Böhmischen Knödeln angesetzt. Dazu gab es Bier und danach zwei Kräuter, einen für jeden Schwager. Vielleicht waren es auch vier, also drei für jeden Schwager ................................

Auersberg
Der zweithöchsten Gipfel Sachsens ist der 1019m hohe Auersberg. Er liegt in einem herrlichen Ski- und Wandergebiet zwischen Johanngeorgenstadt und Eibenstock nahe der tschechischen Grenze und bietet den Bezwingern einen tollen Rundblick vom Aussichtsturm auf das Erzgebirge. Drei Talsperren liegen zu Füßen des Berges: die größte Trinkwassertalsperre Sachsens in Eibenstock, die höchstgelegne Deutschlands in Weitersglashütte und die Talsperre Sosa. Für botanisch Interessierte lohnt sich - allerdings mehr von Frühjahr bis Herbst - eine Wanderung zum Hochmoor "Kleiner Kranichsee ", das über einen Knüppeldamm begehbar ist. 

Bilderzugabe:

   

  

   

  

 

 

19.3.2003                                                                                                                                                                

Hustenpillen


Markt in Marienberg


Ein Sachse und kein Sachse


Fahrt nach Poberhau


Parkplatz am Katzenstein


Auf dem Katzenstein ....

.... ein Blick ins Schwarzwassertal


Mit dem Arschleder übern Gletscher


Schwierige Wege


Hier ist noch ....

....... Eiszeit


Von da unten kamen wir


An der Wanderhütte ....

..... im Schwarzwassertal


Am Grünen Graben


Das Ende einer Wanderung ....

... aus der Nähe betrachtet!


Zur Schicht ins Bergwerk .....



..... Glück Auf!

Pobershau Schaubergwerk


Bei Tina und Danny

Besuch aus Gera

Nochmals ein Ende einer Wanderung

19. 3. 2003  - Mittwoch  - Schwarzwassertal 

 

 

 

 

 

 

 

Heute sollte die Wanderung durch das Schwarzwassertal führen. Zur gewohnt frühen Stunde, genau 815 Uhr, sauste der SAW in Chemnitz auf die B173 nach Marienberg. Dort mussten wir eine Apotheke aufsuchen (der böse Husten!). Natürlich war dies mit einem kurzen Stadtrundgang verbunden. Weiter führte die Fahrt nach Pobershau auf den Katzenstein. Von hier hat man einen herrlichen Blick in das Schwarzwassertal. Vorsichtig schauten wir festgeklammert am Geländer der Aussichtsplattform in das 90 m tiefe Schwarzwassertal.

Schwarzwassertal
Wildromantisch Wandern - dazu muss man nicht weit fahren, das geht auch im Erzgebirge. Und zwar im Tal der Schwarzen Pockau. Diese entspringt in der Gegend um Satzung und fließt ca. 30 km durch Wiesen, Felsen und auch durch Wald, bevor sie sich erst mit der Roten Pockau vereinigt und dann in die Flöha mündet. Ihren Namen erhielt die Schwarze Pockau wegen der Färbung ihres Wassers, welches zum Teil aus den am Erzgebirgskamm gelegenen Mooren stammt. Hohe Felswände (Nonnenfelsen, Teufelsmauer, Ringmauer), sehenswerte Landschaft und der sich durch die Natur windende Fluss machen eine Wanderung so reizvoll. Nahe gelegen sind auch der Katzenstein und der Grüne Graben.
Der Aussichtsfelsen Katzenstein
Ein wirklich lohnenswertes Ausflugsziel ist der Katzenstein bei Pobershau. Seinen Namen erhielt er wegen eines Felsvorsprunges, der früher die Gestalt eine Katzenkopfes hatte. Doch als das Gestein abzustürzen drohte, wurde es abgetragen. Vom dem ca. 90 Meter hohen Aussichtsfelsen kann man hinab ins Tal sehen, die Pockau rauschen hören und einen Blick auf die gegenüberliegenden Höhen werfen. Dort erblickt man den Rabenberg auf welchem sich noch - von Gestrüpp bedeckt - die Ruinen eines alten Raubschlosses finden. Zum längeren Verweilen laden Bänke und Tische ein. Ein steiler Pfad, der Königsteig, führt hinunter zum Schwarzwasser. Aber auch auf weniger steilen Wegen gelangt der Wanderer ins Tal oder auf der Höhe entlang am Grünen Graben Richtung Kühnhaide.

Dann krochen wir den teilweise extrem steilen Königsteig in das Tal. Vorher mussten wir aber einen ca. 15 qm großen Eisgletscher überwinden. Da sich dieser steil bergab hinzog, war es nichts mit laufen. So ging es auf dem „Arschleder“ mit großer Geschwindigkeit nach unten. Nach dieser Aufregung stiegen wir etwas gemächlicher ins Tal. Dort angekommen, sahen wir schon die Auswirkungen des vergangenen Sommerhochwassers: der Wanderweg nach Kühnheide war gesperrt. Das sollte uns jedoch nicht von unserer Wanderung abhalten. Zuerst war nur der Weg teilweise weggespült, dann fehlte eine ganze Brücke und schließlich war der Weg gänzlich in der schwarzen Pockau verschwunden. In der Nähe der Teufelsmauer gab es für die "Weiterreise" drei Möglichkeiten: Einen steilen Hang wieder aufwärts auf den Kammweg, durch die kalte Pockau waten oder den Rückwärtsgang einlegen. Wir entschieden uns für den Kammweg, den wir nach zwei Pausen im Hang völlig erschöpft erreichten. Der schöne Blick ins Schwarzwassertal konnte uns aber nur schwer die erlittene Bergaufwärtsqual vergessen machen. Nach ca. 1 Stunde Wanderung auf dem Kammweg in Richtung Kühnheide erreichten wir die Wanderhütte im Schwarzwassertal. Von hier waren es noch 1,5 km bis Kühnheide. Da wir aber noch ins Schaubergwerk Pobershau wollten, traten wir den Rückweg über den grünen Graben zum Katzenstein an (5 km). Der grüne Graben ist ca. 1,5 m breit und wurde zur Energieversorgung des früheren Bergwerkes in Pobershau angelegt. Um 1415 Uhr waren wir wieder am Katzenstein und 45 Minuten später standen wir am „Tiefen Molchner Stolln“ bereit zur Führung. Am Parkplatz lag ein völlig erschöpfter Wanderer neben seinem Auto. Nachdem wir ihn mit Wasser und Blätterteig gefüttert, kam er wieder zu sich und wollte sogar zur Bergwerksführung mitlaufen

Das Schaubergwerk Molchner Stolln
befindet sich im Gebiet des alten Zinnbergbaus auf dem Matthias Morgengang, dem Jung Burkhardter Morgengang bis zum silberreichen Molchner Spat.
Vom 1822 gesetzten Mundloch herein ist der Stolln auf einem flachen Gang 25 m bis an den steil nach Norden einfallenden "Matthias Morgengang" getrieben. Auf diesem Gang befinden sich sehr schöne Bruchsteintrockenmauerungen. Über den "Unbenannten Flachen Gang" wird der Molchner Spat erreicht, der als Ader an der Firste noch sichtbar ist. Mit "Schlegel und Eisen", dem Symbol der Bergleute, wird die uralte Arbeitsweise demonstriert. Über den "Flößgang Flachen" ist der "Engelshaar Morgengang" zu erreichen. Die eingebaute "Erzrolle" wird an dieser Stelle erklärt. Nach dem man 20 Stufen eine Treppe hinabgeht gelangt man auf die 4 m tiefer liegende Burkhardter Sohle. Im "Jung Burkhardter Morgengang" ist es möglich, in einen über 15 m hohen Abbau hineinzuschauen. In dem auf einen Quarz-Gang getriebenen "Alten Burkhardter" Stolln wird die Wismut- Abteilung erreicht, die über Tage originalgetreu aufgestellt ist. Hier wird der krasse Gegensatz deutlich zwischen jahrhundertealtem Gangerzbergbau und modernem Bergbau des 20. Jahrhunderts Viele Maschinen, die bis zuletzt genutzt wurden, sind in diesem Stollnsystem zu besichtigen 

Die 45-minütige Führung wurde von einen noch recht jungen Bergmann sehr interessant gestaltet. Nur, dass wir keinen Weiberarsch zu sehen bekamen, hat mich schon etwas enttäuscht. Aber die sind wohl auch nur im Kohlebergbau gebräuchlich.
Auf der Rückfahrt hielten wir noch kurz am Marienberger Kaufland. Da gab es Bratwurst und ortstypische erzgebirgige Kräuterregale. Der Bratwurstverkäufer gab mit Kennerblick seine Meinung zum Thema ab: „Der greift an!“

Nun ging es aber schnellstens heimwärts zum Duschen. Um 1830 Uhr sollten wir bei Tina und Danny zum Abendessen erscheinen. Antje (Frau Ladewig – falls ich doch wieder die Zwillingsnamen verwechselt habe) war auch schon von Gera angereist. Und so wurde es ein lustiger Abend bei Kräuter und Grappa. Den hatten wir uns auch verdient, wo wir doch tagsüber so viel „gegrappelt“ sind.

Gegen 2215 Uhr, wir waren wieder zu Hause, passierte mir beim Wascheaufhängen auf dem Balkon ein Missgeschick: Der kaltgestellte Schierker ging zu Bruch. Dies schreckliche Erlebnis zu so später Stunde hat uns den Mut für die morgige Tagestour aber nicht genommen. Es sollte ein gemütlicher Tag ohne anstrengender Wanderung folgen.

Bilderzugabe:

 

 

 

  

 

 

  

 

 

  

 

 

  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  

 

 

 

 

 

  

 

 

20.3.2003                                                                                                                                                                             

Zum Frühstück .....


.... und zu Demo


Gorl bei Gorl in Gamms




In der Wehrmachtsausstellung




Kein Mittagessen in der Klosterschänke


Am Schloßbergmuseum


Abschiedsfeier

20. 3. 2003  - Donnerstag - Chemnitz und die Wehrmachtsausstellung

 

 

 

 

 

 

Heute war der Start auch nicht schon um 8, sondern erst 9 Uhr. Mit dem Bus fuhren wir in das Zentrum bis zur Zentralhaltestelle. Auf dem Marktplatz wurden wir sogleich Teilnehmer einer Anti-Bush-Irakkriegs-Demonstration. Durch den Kaufhof, über den Rosenhof, über die Rote-Turm-Passage gelangten wir schließlich zum obligatorischen Fototermin am Marxnischel. Bei Hänel-Souvenir kaufte Gorl in Gamms einen echten Kantenhocker – den Kaffeesachsen. Ein richtiger Kaffeesachse wurde er aber erst durch unsere fachmännische Nacharbeit, abends zu Hause beim superkurzen Computerkurzlehrgang.

Um 1100 Uhr begannen wir den Rundgang in der Wehrmachtsausstellung im Schloßbergmuseum. Die Ausstellung war in Themenbereiche (Krieg und Recht, Völkermord, Partisanenkrieg usw.) gegliedert und hätte bestimmt 2 Tage beansprucht um einen sachkundigen Überblick zu bekommen. Da aber ständig Führungen für Schulklassen in der gesamten Ausstellung unterwegs waren, schlossen wir uns diesen bei passender Gelegenheit an und wurden auch in der relativ kurzen Zeit von 3 Stunden leidlich in das Thema eingeführt. Zur Mittagspause begaben wir uns in die Klosterschänke. Da wir nach 50 Minuten Wartezeit immer noch kein Essen auf dem Tisch zu stehen hatten, mussten wir hungrig unseren Ausstellungsrundgang fortsetzen. Wenigsten billigte der Klosterschenkenkellner uns ein Bier zu, obwohl die „Bierlieferung noch nicht rein“ war.

Gegen 15 Uhr waren wir wieder an der Zentralhaltestelle und 45 Minuten später zu Hause. Dann fuhren wir noch ein einheimisches Einsiedler Bier holen, das wir dringend zum Hackepeterabendbrot benötigten. Mein Vortagsgeschenk für Ingi, eine Schweinskeramik für die Hackepeterdarreichung, gekauft in der Kunststube am Schaubergwerk in Pobershau, sollte heute geweiht werden. So kamen wir über das Schweinchen auch noch zu einer Abschiedsfeier.

Bilderzugabe:

 

 

 

  

 

 

 

  

 

21.3.2003                                                                                                                                                                             

Packen .....

..... zur Abreise


21. 3. 2003  - Freitag - Abreise

Nach dem Frühstück und dem Kofferpacken begaben wir uns sogleich zur Abschlusslagebesprechung:

 - alle Arbeitspunkte, außer dem Computerlehrgang, erfüllt
- die Zusammenkunft muß wiederholt werden

 Nachdem Karl-Heinz etwas unruhig um 845 Uhr in Chemnitz mit seinen SAW startete, kam 1245 Uhr die Nachricht: „Gorl in Salzwedel. Gorl in Gamms Geschichte.“

 

Dann auf ein Neues und GLÜCK AUF!